Freier Markt oder verzerrter Preis?

Freier Markt oder verzerrter Preis?

Wir leben über unsere Verhältnisse – und merken es nicht einmal mehr.

Wir verbrauchen mehr, als langfristig tragfähig ist. Das ist keine Frage der Haltung, sondern der Rechnung.

Das Problem ist nicht der Markt.

Das Problem ist: Der Preis stimmt oft nicht.

Beim Fliegen ist es offensichtlich:
Kerosin ist international weitgehend steuerbefreit, viele Tickets sind von der Mehrwertsteuer ausgenommen, Klima- und Lärmkosten fehlen im Preis.

👉 Zu billig – also zu viel.

Ein ähnliches Muster zeigt sich beim CO₂ insgesamt:
Wer fossile Energie nutzt, bezahlt oft nur einen Teil der tatsächlichen Kosten. Der Rest wird zeitlich oder gesellschaftlich verschoben.

Auch im Verkehr gilt:
Ein erheblicher Teil der Infrastruktur- und Umweltkosten wird nicht direkt verursachergerecht verrechnet.

Ein ähnliches Muster zeigt sich in Teilen der Landwirtschaft:
Staatliche Instrumente dämpfen Preissignale und beeinflussen Produktionsentscheide. Das stabilisiert Mengen, erhöht den Preisdruck und erschwert eine klare Ausrichtung auf Qualität und Nachhaltigkeit.

👉 Das Ergebnis ist systemisch:
Preise setzen falsche Anreize – und Verhalten folgt diesen Signalen.

Eine wirtschaftsliberale Position – wie sie etwa von der SVP und FDP vertreten wird – setzt auf den Markt.

Das ist richtig.
Aber nur, wenn Preise die Realität abbilden.

Wo das nicht der Fall ist, gilt:
Was zu billig ist, wird zu viel genutzt.

Am Schluss zahlt immer einer die Rechnung.

Die Schlussfolgerung ist pragmatisch:

Preise vervollständigen, Fehlanreize abbauen, Innovation stärken.

Ein funktionierender Markt ist nicht billig.
Er ist ehrlich.

Nicht der Markt versagt – sondern der Preis.

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